Fünf Schüler des Gymnasiums Rämibühl in Zürich haben Geschichte geschrieben: Beim RoboCup Junior 2026 in Singapur holten sie den Weltmeistertitel in der prestigeträchtigen Kategorie „Rescue" — und das gegen 187 Teams aus 42 Ländern. Es ist der erste Schweizer Sieg in der 25-jährigen Geschichte des Wettbewerbs.

Ein Roboter, der Leben retten kann

In der Kategorie Rescue müssen die Roboter autonom durch ein simuliertes Katastrophengebiet navigieren, Hindernisse überwinden und „Opfer" — kleine Wärmequellen — finden und markieren. Der Roboter des Zürcher Teams mit dem Namen „HelvetiBot" erledigte den Parcours in Rekordzeit und fand als einziges Team alle 14 versteckten Opfer. Besonders beeindruckte die Jury die selbst entwickelte KI, die den Roboter in Echtzeit auf unbekannte Hindernisse reagieren lässt.

Zwei Jahre Vorbereitung in der Garage

Das Team — bestehend aus Liam, Sofia, Noah, Mia und Jan, alle zwischen 16 und 17 Jahre alt — hat zwei Jahre lang in einer umgebauten Garage an HelvetiBot gearbeitet. Jeden Nachmittag nach der Schule, oft bis spät in den Abend. Die Hardware wurde aus 3D-gedruckten Teilen und Standardkomponenten gebaut, die Software komplett selbst geschrieben. Gesamtkosten: unter 2.000 Franken.

„Wir haben gelernt, dass man nicht das größte Budget braucht, sondern die besseren Ideen", sagt Teamkapitänin Sofia.

Schweizer MINT-Förderung zeigt Wirkung

Der Erfolg ist auch ein Ergebnis der gezielten MINT-Förderung an Schweizer Schulen. Seit 2022 gibt es an über 200 Gymnasien Robotik-AGs, die von der Stiftung „Swiss Robotics" unterstützt werden. Die ETH Zürich stellt Mentoren und Laborzugang zur Verfügung. „Dieser Titel zeigt, dass die Investition in frühe technische Bildung sich auszahlt", sagt ETH-Präsident Joël Mesot.

Nächstes Ziel: Studium und echte Rettungsrobotik

Alle fünf Teammitglieder planen, nach dem Abitur ein technisches Studium aufzunehmen. Sofia und Liam wollen an der ETH Zürich Robotik studieren und HelvetiBot weiterentwickeln — mit dem Ziel, einen echten Rettungsroboter für den Katastropheneinsatz zu bauen. Die Stadt Zürich hat das Team bereits in ihr Innovationsförder-Programm aufgenommen und stellt ein Stipendium von 50.000 Franken bereit.

Originalquelle: SRF — „Schweizer Nachwuchsteam gewinnt Robotik-Weltmeisterschaft"

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